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Medienbildung Deutsch: Schulcurriculum Kl. 9/10

Umsetzungsmöglichkeiten im medialen Kontext

Verbindlich:

Bildungsplan Deutsch 2016 - Medienfokus

In den Klassen 9 und 10 bauen die Schülerinnen und Schüler ihre medienbildnerischen Kompetenzen weiter aus. Im Fokus steht dem Alter entsprechend die Analyse und Reflexion der Medienlandschaft. Kompetenzbereich „Texte und andere Medien“

In den Klassen 9 und 10 vertiefen die Schülerinnen und Schüler unter dem Kompetenzbereich „Texte und andere Medien“ ihre Informations- und Präsentationskompetenz, aber auch die Fähigkeit, Medien zu analysieren und kritisch zu hinterfragen. Aufgrund des erweiterten Textbegriffs werden Texte unterschiedlichster medialer Gestaltung erschlossen, analysiert, kontextualisiert und bewertet.

Die Einleitung zum Unterkapitel „Medien“ betont die zunehmende Sicherheit und Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler beim Umgang und bei der Nutzung der verschiedenen Medienformate und -angebote. Die in den vorherigen Klassenstufen erworbenen Kompetenzen werden vertieft und zunehmend selbstständig angewendet.

(I) Medien kennen

Im Zentrum der Klassen 9 und 10 stehen die Analyse, der Vergleich und die Bewertung verschiedener Printmedien und digitaler Medien, zum Beispiel anhand eines Vergleichs von Print-Zeitungen mit Online-Zeitungen. Auch die Funktionen und Wirkungsabsichten von Medien, wie zum Beispiel Information, Kommunikation, Unterhaltung, Meinungsbildung, Manipulation oder politische Kontrollfunktion, werden eingehend analysiert und bewertet. Unter dem Aspekt der Mediengeschichte setzen sich die Schülerinnen und Schüler außerdem mit der fortschreitenden Digitalisierung unserer Gesellschaft auseinander.

(II) Medien nutzen

Die Schülerinnen und Schüler können Medien gezielt und selbstständig zum Beispiel für Recherchezwecke nutzen und die Auswahl differenziert begründen. Sie setzen komplexere Suchstrategien, Hilfsmittel und Methoden der Texterschließung ein, um Informationen zu gewinnen und zu bewerten. Der Hypertext wird als neues Mittel eingesetzt, um den eigenen Lernweg zu dokumentieren.

(III) Medien gestalten

Die Schülerinnen und Schüler gestalten eigene Texte mithilfe geeigneter Medien oder Programme, formulieren eigene Beiträge adressatenbezogen und dem jeweiligen Medium entsprechend. Sie können eine Vorlage medial umformen, indem sie zum Beispiel einen Zeitungstext in eine Online-Version oder eine Kurzgeschichte in einen Kurzfilm umwandeln.

(IV) Medien verstehen

Um Medien zu verstehen, nähern sich die Schülerinnen und Schüler in den Klassen 9 und 10 auf einem höheren Reflexionsniveau der Medienanalyse an. Sie erfassen zentrale Inhalte eines Films oder Hörspiels, können die Handlungsstruktur mit Hilfe filmischer und erzähltechnischer Fachbegriffe erläutern, Kriterien einer Filmanalyse erarbeiten und ein Filmprotokoll zu einer kurzen Szene erstellen. Sie analysieren eine Literaturverfilmung, indem sie sie mit der Textvorlage vergleichen.

(V) Medien problematisieren

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit den Gefahren, die sich bei der Mediennutzung ergeben können, auseinander und reflektieren ihr eigenes Medienverhalten kritisch. Indem sie eine Nachricht in unterschiedlichen Medienformaten vergleichen, prüfen sie Medien in Bezug auf ihre Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit. Sie können den Begriff der Pressefreiheit erläutern und berücksichtigen beim Umgang mit Medien Urheberrecht und Datenschutz. Kompetenzbereich „Sprachgebrauch und Sprachreflexion“

In Hinblick auf „Sprachgebrauch und Sprachreflexion“ ist Medienbildung für die Klassen 9 und 10 ebenfalls nur in Ansätzen verankert. Ein Aspekt ist der reflektierte Umgang mit digitalen Rechtschreibhilfen (S. 56).

Um sprachliche Äußerungen funktional zu gestalten, wird die Kenntnis von unterschiedlichen Vortrags- und Präsentationstechniken, die adressatengerecht, zielführend und begründet eingesetzt werden sollen, als zu erlangende Kompetenz angeführt. Die Analyse der eigenen Präsentation und Optimierungsvorschläge werden als Vertiefungskompetenzen angeführt. Auch kriterienorientiertes Feedback zu Präsentationen zu formulieren, zu beachten und korrekt anzuwenden, trainiert die Präsentationskompetenz der Schülerinnen und Schüler zusätzlich (S. 57 f.).

Unter „Sprache und Identität“ setzen sich die Schülerinnen und Schüler bei der Medienanalyse auch mit Formen und Strategien der Manipulation und Persuasion auseinander, indem sie zum Beispiel unterschiedliche Reden in Hinblick auf ihre rhetorischen Techniken und Strategien untersuchen oder die Funktionsweise und Intention verschiedener Werbeformate kritisch hinterfragen (S. 58).

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